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Gerrit Komrij war vier Jahre lang nationaler Dichter. Der erste überhaupt, der von den Lesern 2000 gewählt wurde. Innerhalb seiner „Amtszeit“ begleitete Komrij das Weltgeschehen in Gedichtform. Er schrieb über die Feuerwehrexplosion in Enschede, über das Verschwinden des Guldens, über die Heirat von Prinz Willem Alexander und Máxima Zorreguieta, über den Tod von Prinz Claus, den Krieg im Irak, die Geburt von Prinzessin Amalia. „Der Dichter des Vaderlands soll den Menschen Freude an der Poesie schenken“, sagte Gerrit Komrij bei seinem Amtsantritt. Der erste Dichter des Vaderlands war ein überwältigender Erfolg. Tausende Zuschriften erreichten die Tageszeitung NRC Handelsblad. Gerrit Komrij nutzte die Gelegenheit einen Poesieclub zu gründen und die Poesiezeitschrift „Awater“ auf die Beine zu stellen. Alle drei Monate erschien ein neuer Band mit Gedichten. Gerrit Komrij, vielen schon längst bekannt als Herausgeber von Gedichtbänden, wurde zum wichtigsten Anwalt der kleinen literarischen Form. Zum Abschluss seiner Amtszeit gab er zwei umfassende Bände „De Nederlandse poëzie van de 19e tot en met de 21ste eeuw“ heraus.“ Land unterDie Initiative für das Projekt nahmen die Tageszeitung NRC Handelsblad, der TV-Sender NPS und die Organisation Poetry International. Der Dichter wird im Internet und in den Buchhandlungen gewählt. Gerrit Komrij ist in den Niederlanden als Rezensent, als Autor und Dichter bekannt. 1968 erschien sein erster Gedichtband „Maagdenburgse halve bollen en andere gedichten“. Lange Zeit besprach er Bücher für die Wochenzeitung „Vrij Nederland“. Komrij ist ein ausgezeichneter Kenner des niederländischen Literaturbetriebes, hat für das NRC-Handelsblad geschrieben und TV-Sendungen gemacht. Nicht selten mit einer zynischen Zunge. Auf die Frage eines Journalisten der Zeitung „Het vrije volk“, was sein größter Wunsch sei, antwortete er: „Dass dieses Land ganz unter dem Wasserspiegel verschwindet und dass die Deiche brechen. Aber natürlich erst dann, wenn ich umgezogen bin.“ Bildquelle: Nationaal Archief Gerrit Komrij ist mit anderen Worten zu einem literarischen Royalty geworden. Der Narr wurde zum König. Er unterhält sich geradezu auf Augenhöhe mit Königin Beatrix, der er als Dichter des Vaterlandes einmal einer tröstenden Hymne komponierte: «Sie sorgt dafür dass es Holland gibt. / Sie macht das Ausland zum Ausland, / Die Präsidenten zähmend – und unbeirrt / Löscht sie manch geheimen Innenbrand» |
Het masker Die
Maske
De man die vrolijk met zijn
masker speelde Der Mann,
der heiter mit seiner Maske spielte
Totdat het uur sloeg dat zijn
waar gelaat Bis
zur Stunde, in der sein wahres Antlitz
Muurvast één leven met zijn masker deelde: Wie festgenagelt ein Leben mit seiner Maske
teilte:
Als kind al maakte dat verhaal me kwaad. Als Kind schon machte mich die
Geschichte sauer.
Zoiets was zuur. Straks,
als ik groot zou zijn, So etwas war doch bitter. Später, wenn ich groß wäre,
Zou ik bewijzen dat het
anders kon: Würde ich beweisen, dass es anders
geht:
Dat ieder masker veilig,
zonder pijn, Dass jede Maske sicher, ohne Schmerzen,
Weer van je hoofd kon, als
een capuchon. Wieder
vom Kopf kann, wie eine Kapuze.
En lang heb ik daar heilig in
geloofd. Und
lange habe ich heilig daran geglaubt.
Op niets bedacht hield ik
mijn aard verborgen Nichts Böses ahnend, hielt ich meine Natur verborgen
Opdat die, als mijn speelvuur
was gedoofd, So,
dass sie, als mein Spieleifer war gelöscht,
Zuiver zou blijken als de
eerste morgen. Klar
erschien, wie der erste Morgen.
Nu ben ik oud, alleen om te
erkennen: Jetzt
bin ich alt, nur um zu erkennen:
't Verhaal is waar. Het
masker gaat niet af. Die Geschichte
ist wahr. Die Maske kann nicht abgelegt.
Het is alsof je aan de hel
moet wennen. Es
ist, als ob man sich an die Hölle gewöhnen muss.
Het is alsof je kijkt in een
leeg graf. Es ist, als ob du in ein leeres Grab
siehst.
Uit: Gerrit Komrij: Alle gedichten tot gisteren . Von:
Gerrit Komrij:
Alle Gedichte bis gestern. Amsterdam [etc.]:
De Arbeiderspers, 1999, p. Amsterdam [etc.]:
Die Arbeiderspers, 1999, S. 457.
Er is een land dat ik met pijn
verliet, Es gibt ein Land, das ich mit Schmerzen
verliess,
Er is een land dat ik met pijn bewoon. Es
gibt ein Land, das ich mit Schmerzen bewohne.
Een derde land daartussen is er niet. Ein
drittes Land, dazwischen, gibt es nicht.
Mijn leven volgt een zonderling patroon: Mein Leben folgt einem
sonderlichen Muster:
Want waar ik heenga voel ik me
niet thuis Denn,
wo ich hingehe, fühle ich mich nicht zu Hause
En waar ik thuis ben wil ik telkens weg. Und ich zu Hause bin,
will ich ständig weg.
De grens wordt smal tussen geluk en kruis, Die
Grenze wird schmal zwischen Glück und Kreuz,
Steeds minder denk ik wat ik hardop
zeg. Immer
weniger denke ich, was ich laut sage.
Ik heb, om aan dit noodlot te
ontkomen, Ich habe, um diesem Schicksal zu entkommen,
Een derde land verzonnen in mijn hoofd, Ein drittes Land erfunden, in
meinem Kopf,
Een land vertrouwd met leugens en fantomen. Ein Land, vertraut mit Lügen und Phantomen.
Aan diepgewortelde en zware
bomen An tief verwurzelte und schwere Bäume
Hangen honkvast de loden trossen ooft Hängen sesshaft die
bleiernen Obsttrauben
Van al mijn vederlicht
geworden dromen. Von all meinen federleicht gewordenen Träumen.
Uit:
Gerrit Komrij: Luchtspiegelingen: gedichten,
voornamelijk elegisch. Amsterdam:
De Bezige Bij, 2001, p.
Von:
Gerrit Komrij: Fata Morgana: Gedichte, vor
allem elegischer. Amsterdam:
Die Bezige Bij, 2001,
Twee koningskinderen Gerrit Komrij, uit: "Alle gedichten tot gisteren" Als alle mensen op hun handen liepen En ankers bleven drijven op de Rijn, Als oesters ongehoorde dingen riepen En naalden ons doorstaken zonder pijn, Als kangoeroes in hemelbedden sliepen En mummies konden zingen in hun schrijn, Als piramiden soepel zouden zwiepen En modderbaden geurden naar jasmijn, Als reuzen gingen zwemmen in 't ondiepe En er geen einde kwam aan dit refrein, Dan hoorde ik een raamkozijn zacht piepen En kuste jij me, dwars door het gordijn. | Zwei Königskinder Gerrit Komrij, aus dem Gedichtband "Alle gedichten tot gisteren" Wenn alle Menschen auf ihren Händen liefen Und Anker treiben blieben auf dem Rhein Wenn Austern ungehörte Dinge riefen Und Nadeln uns durchstachen ohne Pein Wenn Kängurus in Himmelbetten schliefen Und Mumien singen konnten in ihrem Schrein Wenn Pyramiden sich gelenkig schwungen Und Moorbäder rochen nach Jasmin Wenn Riesen im seichten Wasser schwimmen würden Und dieser Refrain kein Ende nam
Da hörte ich einen Fensterrahmen sachte quietschen Und du küsstest mich, gerade durch die Gardine. |

